Instrumentalisierung zur Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen in Nachhaltigkeitsberichten am Beispiel der Unterhaltungselektronik
In diesem Repository sind die Original-Dokumente der Anhänge der gleichnamigen Bachelorarbeit1 bereitgestellt:
- Webseiten-Erhebung.ods (betrifft Anhang: 1)
- Nachhaltigkeitsberichte-Artefaktanalyse.ods (betrifft Anhänge: 4, 5; Abbildungen: 2, 3; Tabellen 3, 4)
- Nachhaltigkeitsberichte (betrifft Anhang: 2)
- Apple_01 - 2022_Apple_ESG_Report.pdf
- Apple_02 - Apple_Environmental_Progress_Report_2022.pdf
- Apple_03 - Apple_SR_2022_Progress_Report.pdf
- Fairphone_01 - Fairphone-Impact-Report-2021.pdf
- Fairphone_02 - Supply-Chain-Engagement-FP4-2022.pdf
- Samsung_01 - Samsung_Electronics_Sustainability_Report_2022.pdf
- Samsung_02 - rm_report_2022_en_F.pdf
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie Labels und Standards durch Unternehmen aus der Branche der Unterhaltungselektronik als Instrumente eingesetzt werden, um im Kontext von Nachhaltigkeit gesellschaftliche Erwartung zu erfüllen. Die neoinstitutionalistischen Konzepte Isomorphie und Entkopplung sowie die von Wiegand (2018) vorgeschlagenen Klassifikationen von Zertifizierungen und Prämierungen bilden die theoretische Grundlage dazu.
Durch die Artefaktanalyse (nach Lueger und Froschauer (2018)) der aktuellsten Nachhaltigkeitsberichte von Apple, Samsung und Fairphone werden folgende Schlüsse gezogen: Erstens demonstrieren die Unternehmen durch deren ausgewiesene Labels und Standards ihr philanthropisches Handeln und den Wunsch nach Veränderung in der Industrie der Unterhaltungselektronik. Ebenfalls ist darin erkennbar, dass die Standards eingesetzt werden, um Rechenschaft abzulegen. Zweitens werden die gesellschaftlichen Erwartungen, welchen die Unternehmen nachkommen zu müssen glauben, durch die Labels und Standards sichtbar. Drittens erfolgt durch die ausgewiesenen Labels und Standards einerseits eine Reduktion des Umfanges der Nachhaltigkeitsberichte, andererseits aber auch eine enorme Komplexitätssteigerung.
Diese Arbeit kommt zum Schluss, dass es erforderlich sein kann, das Konzept der Isomorphie um eine Bedeutungsdimension zu erweitern. Dies, da innerhalb des untersuchten institutionellen Feldes auch gegenläufige isomorphe Prozesse (z.B. Abgrenzung) beobachtet wurden. Ebenso wird aufgezeigt, dass im vorliegenden Fall die Perspektive einer Entkopplung von Formal- und Aktivitätsstruktur nicht zielführend ist. Stattdessen erscheint die Entkopplung von Mittel und Zweck als angemessenere Erklärung der vorliegenden Mechanismen: Die Ausweisung der Labels und Standards führt nicht zu mehr Tranzparenz, sondern zur Unübersichtlichkeit einer nicht-intendierten Intransparenz. Schliesslich wird der Zusammenhang von Labels und Standards mit dem dominierenden Nachhaltigkeitskonzept der Green Economy (UNEP 2011) aufgezeigt, was an die breiter angelegte Systemkritik im Nachhaltigkeitsdiskurs der Umweltsoziologie angeschlossen werden kann.
Literatur:
- Wiegand, T., 2018. Zertifizierung und Prämierung: Klassifikationen von Nachhaltigkeit, in: Neckel, S., Besedovsky, N., Boddenberg, M., Hasenfratz, M., Pritz, S.M., Wiegand, T. (Hrsg.), Die Gesellschaft der Nachhaltigkeit: Umrisse eines Forschungsprogramms, Sozialtheorie. Transcript, Bielefeld, S. 41–58.
- Lueger, M., Froschauer, U., 2018. Artefaktanalyse. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-18907-5
- UNEP, 2011. Towards a Green Economy: Pathways to Sustainable Development and Poverty Eradication - A Synthesis for Policy Makers. Verfügbar unter: https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/126GER_synthesis_en.pdf (zugegriffen am 20.11.2022).
Footnotes
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Die Bachelorarbeit ist zu finden im Dokument: Bachelorarbeit/Bruderer_Josias_BA-Arbeit.pdf (persönliche Informationen sind darin ausgeblentet) ↩